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"Erlebnis-Wagen" und "Internacht" als TOP-Projekte ausgezeichnet.

Evangelische Jugendarbeit hatte beim Bundeswettbewerb "Junge Menschen gestalten ländliche Räume zweimal die Nase vorn"
Doppelsieg für Evangelische Jugendarbeit beim Bundeswettbewerb „Junge Menschen gestalten ländliche Räume“.

Im Rahmen des „Zukunftsforum ländliche Entwicklung“ zeichnete Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner den „Erlebnis-Wagen“ der Evangelischen Jugend Rockenhausen (Pfalz) mit dem 1. Preis aus. Das Projekt „Intern@cht“ der Evangelischen Landjugend Oberfranken-Oberpfalz belegte den zweiten Platz. 43 Projekte waren bei dem vom Bundeslandwirtschaftsministerium ausgeschriebenen Wettbewerb „Ideen säen - Zukunft ernten“ eingereicht worden. Manfred Walter, Vorsitzender der BAG ejl sieht in der Auszeichnung einen Beleg für die Bedeutung, die Evangelische Jugendarbeit für den ländlichen Raum hat.

Preiswürdig: Das Dorf als Erlebnisort
 
Dass mit dem Erlebnis-Wagen ein mobiles Angebot für attraktive Jugendarbeit in den Dörfern geschaffen wurde, beeindruckte die Jury besonders. Ausgerüstet mit einem Bauwagen voller Materialien für Bogenschießen, Klettern, Wassersport, Speedstacking, Geocaching und vielen Ideen macht sich ein ehrenamtliches Team um Jugendreferent Matthias Klein auf in die Dörfer und Weiler des Kirchenbezirks, um dort Jugendarbeit wiederzubeleben. „Weil sie in unterschiedliche Schulen gehen, sind selbst in kleineren Orten Jugendliche einander fremd geworden“, erzählt Matthias Klein. „Der Erlebnis-Wagen   schafft Gemeinschaftserlebnisse für Jugendliche, von denen letzten Endes das ganze Dorf profitiert.“ Dieses Konzept, mit einem vergleichsweise geringen finanziellen Aufwand, Jugendarbeit auf dem Land mobil zu gestalten und dabei das Gemeinschaftsgefühl der Jugendlichen zu stärken, überzeugte die Jury.
 
Das Dorf als Erlebnisort - das ist auch der Grundgedanke der „Intern@cht“, die die Evangelische Landjugend (ELJ) in Nordbayern durchführt - mit dem Medium Internet als verbindendes Element. Jugendgruppen vernetzen sich in ihrem Gruppenraum eine Nacht lang mit Jugendgruppen in anderen Dörfern und stellen sich Herausforderungen, die ihnen online aus der Intern@cht-Zentrale der ELJ zugehen. Kernstück ist dabei eine Dorfwette, die den Ideenreichtum der Jugendgruppe, aber auch den Zusammenhalt im Dorf auf die Probe stellt. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt: So wurden in Dorfwetten schon Großmütter mitternachts auf dem Traktor mit Muskelkraft durchs Dorf gezogen oder Kühe als Protest gegen die sinkenden Milchpreise tätowiert  Über die Grenzen der Region wirkt die Intern@cht hinaus,  wenn die Jugendlichen online in Kontakt mit Gruppen in den Partnergemeinden ihrer Kommunen treten.
 
Aigner: Zukunftsregionen statt Notstandsgebiete
 
In ihrer Laudatio betonte Aigner die Zukunftsfähigkeit ländlicher Räume: „Das sind keine Notstandsgebiete, sondern Zukunftsregionen die wir mitgestalten.“ Dass die Preisverleihung im Rahmen der Hauptveranstaltung des Zukunftsforums für ländliche Entwicklung stattfinde, unterstreiche die Bedeutung, die die Lage der Jugend im ländlichen Raum für ihr Ministerium habe. In der zweitägigen Veranstaltung diskutierten rund 900 Experten wie sich die Entwicklung der unterschiedlichen ländlichen Regionen in Deutschland zukunftsfähig gestalten lässt.
Sonja Endres, Initiatorin der Internacht und ehrenamtliche Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft Evang. Jugend im ländlichen Raum (BAG ejl) betonte in der Podiumsdiskussion „Jugend auf dem Land: bleiben oder gehen“, die sich an die Preisverleihung anschloss, die Bedeutung der Infrastruktur für Jugendliche im ländlichen Raum. Sie forderte, die Bemühungen um wohnortnahe Bildung nicht bei den Grundschulen aufhören zu lassen. Dezentrale Fachhochschulen und Universitäten jenseits der Metropolen seien hier ein guter Weg. Sie brächten Impulse und Arbeitsplätze und seien ein wichtiger Beitrag um Jugendliche in der Region zu halten. Insbesondere für Mädchen und junge Frauen sah Endres Nachholbedarf. Der Mangel an qualifizierten Ausbildungs- und Arbeitsplätzen zwinge viele Frauen zur Abwanderung - nicht nur in Ostdeutschland.
 
Dass Jugendarbeit zur Entwicklung ländlicher Räume einen wesentlichen Beitrag leisten kann, diese Erkenntnis wurde in den zahlreichen Diskussionsbeiträgen immer wieder deutlich. Jugendarbeit ist weit mehr als eine Spielwiese für die Dorfjugend. Jugendarbeit ist wichtiger Multiplikator bürgerschaftlichen Engagements und damit Standortfaktor.
Kontakt:
 
www.ideensaeen.de - Bundeswettbewerb „Junge Menschen gestalten ländliche Räume“
www.zukunftsforum-laendliche-entwicklung.de Zukunftsforum des BMELV
 
www.erlebnis-wagen.de Projekthomepage der Evang. Jugend Rockenhausen
www.elj-oberfranken-oberpfalz.de Homepage der Internacht
 
 

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