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Modellprojekt im deutsch-tschechischen Grenzgebiet

Beschreibung

Ladislava und Sabine halten sich an den Händen. Auf Augenhöhe vor ihnen ist ein Seil gespannt, das sie gemeinsam mit acht anderen Kindern ihrer Gruppe überqueren sollen, ohne deren Hände loszulassen. Während sich die Kinder überlegen, wie das Hindernis gemeinsam überwunden werden kann, geben die Betreuer Marek und Martin wertvolle Tipps und Hilfestellungen. Mit Aufgaben wie dieser üben über siebzig Kinder und Jugendliche aus Deutschland und Tschechien auf einem gemeinsamen Zeltlager die Zusammenarbeit über alle Sprachgrenzen hinweg. Die Maßnahme ist Teil der Aktivitäten der BAG ejl, um die europäische Dimension der Jugendarbeit bei Jugendlichen auf dem Lande erfahrbar werden zu lassen. Sie wird vom Aktionsprogramm „Jugend“ der Europäischen Union gefördert. Seit Monaten hatte ein dreißigköpfiges Team aus fränkischen und tschechischen Jugendlichen unter Leitung von Bildungsreferent Manfred Walter ein abwechslungsreiches Programm für das Kinderzeltlager vorbereitet. Informationen über Tschechien, Deutschland und Europa wurden den mehr als sechzig Kindern in Form von Spielen, Sportaufgaben und Theaterübungen näher gebracht. Sprachproblem mit Händen, Füßen und viel Engagement überwunden. Dass Deutsch und Tschechisch sehr unterschiedliche Sprachen sind, war dabei kein großes Hindernis. Vorbereitung und Durchführung waren konsequent zweisprachig, wobei die ausgezeichneten Deutschkenntnisse der tschechischen Betreuer eine große Hilfe waren. Die Kooperation mit der Grund- und Hauptschule St`ribro (40 km westlich von Pilsen) und der grenznahen Bildungsstätte Burg Hohenberg/Eger erwies sich als gute Basis. Schulleiter Vaclav Peterik und Bildungsreferent Andreas Kurz, engagieren sich seit Jahren in der deutsch-tschechischen Jugendarbeit. Sie vermittelten Kontakte zu tschechischen Jugendlichen die Lust hatten, an dem Projekt mitzuarbeiten, nachdem über die offiziellen Strukturen kein Partner gefunden werden konnte. Neue Freunde über die Landesgrenzen hinaus zu finden war die Motivation vieler Betreuer. Die meisten der deutschen Jugendlichen waren „Insider“ der Evangelischen Landjugend, vorwiegend Haupt- und Realschüler sowie Auszubildende – Bildungsabschlüsse, die in Europaprojekten oft gefordert werden, aber in der Realität eher selten vertreten sind. Unterstützt wird ihr Engagement durch einen hohen Grad an Selbst- und Mitbestimmung, die ihnen das Projekt ermöglichte. Seitens der Projektarchitektur wurden lediglich die Rahmenbedingungen (Ort und Zeit, Anzahl der Teilnehmer) vorgegeben. Sämtliche Ziele, Inhalte und Methoden wurden in der Vorbereitung gemeinsam erarbeitet. „Wir bauen miteinander an Europa“, bringt Venca Vachlaron die politische Dimension des Projektes auf den Punkt. Der 21jährige hatte sich für das Projekt extra Urlaub von seinem Job als Foodmanager in einem Hotel in Karlovy Vary genommen – ein Einsatz, der sich nicht nur für ihn gelohnt hatte. Deutschland und Tschechien haben durch das Projekt erlebt, dass hinter der Grenze neue Freunde wohnen.

Kontakt

BAG ejl * Manfred Walter * Ludwigstraße 29 * 95444 Bayreuth 0921/56784 *Bullet11 info@elj-oberfranken-oberpfalz.de
 

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