Kontakt  |  Sitemap  |  Impressum
  Suchen

Textbeiträge / Referate

« Zurück

Das Dorf braucht Räume für Jugendliche

Autor:
Manfred Walter
Im Winter ist die Sonne manchmal schon untergegangen, wenn der Schulbus zum letzten Mal am Wellblechbushäuschen hält. Von dort sind es noch fünfhundert Meter auf schnurgerader Flurbereinigungsstraße bis zu den ersten Häusern im Dorf. Jung sein auf dem Dorf heißt, jeden Tag zwei Mal fünfhundert Meter schnurgerade Flurbereinigungsstraße zu laufen. Morgens um halb sieben, meistens mittags um halb zwei, manchmal auch erst abends um fünf. Für Jugendliche, die in hier wohnen, ist das Dorf wie eine Insel, getrennt durch fünfhundert Meter Ackerland von der Bundesstraße mit dem Wellblechbushäuschen, vier Kilometer entfernt vom nächsten Ort mit seinem Supermarkt, zehn Kilometer vom Schulort – selbst für Grundschüler und dreiundzwanzig von der Kreisstadt, wo wenigstens ein paar Kneipen und ein Kino sind, in dem allerdings die guten Filme bestenfalls vier Wochen nach dem Bundesstart anlaufen.
 

Home  |  Kontakt  |  Impressum  |  Druckversion  |  Seitenanfang